Fotosynthese – Primärreaktion & Grundlagen | w-hoelzel.de

Im folgenden findest du einen Schnellabriss der Primärreaktion sowie eine Übersicht der Fotosynthese. Die Abschnitte bauen aufeinander auf – lies sie der Reihe nach durch und überprüfe dein Verständnis anschließend mit den Lernkarten.

1. Aufbau eines Chloroplasten

Der Chloroplast ist der Ort der Fotosynthese in Pflanzenzellen. Er besitzt eine Doppelmembran sowie ein inneres Membransystem aus flachen Thylakoidscheiben, die zu Grana aufgestapelt sind und in das flüssige Stroma eingebettet liegen.

Querschnittszeichnung eines Chloroplasten: Außenmembran, Innenmembran, Stroma (Flüssigkeit), Thylakoidstapel (Grana) und einzelne Thylakoide (Lamellen) sind beschriftet
Abb. 1 – Querschnittsskizze eines Chloroplasten. Gut zu erkennen: die gestapelten Thylakoide (Grana) in der Stroma-Matrix sowie die Doppelmembran.

2. Lichtanregung des Chlorophylls

Bei der Absorption von Licht nehmen Elektronen der Farbstoffmoleküle die Energie auf. Ein Elektron kann nur die Energiemenge aufnehmen, die ziemlich genau dem Unterschied zwischen Grundzustand und Anregungszustand entspricht – daher absorbiert Chlorophyll bevorzugt rotes und blaues Licht.

Energieschema zur Lichtanregung von Chlorophyll: Pfeile zeigen, wie Licht verschiedener Wellenlängen Elektronen vom Grundzustand in den Anregungszustand (S1 bzw. S2) hebt; grüner Wellenlängenbereich wird kaum absorbiert
Abb. 2 – Lichtanregung des Chlorophylls. Nur bestimmte Wellenlängen (rot ≈ 680 nm, blau ≈ 430 nm) haben genau die richtige Energie, um Elektronen anzuheben.

3. Lichtabhängige Reaktionen – Primärreaktion

a) Z-Schema der nichtzyklischen Lichtreaktion

Das Z-Schema zeigt schematisch, wie Elektronen bei der nichtzyklischen Lichtreaktion von Wasser über zwei Photosysteme zum NADP+ fließen. Der Name leitet sich von der Z-förmigen Kurve im Energiediagramm ab.

Z-Schema der Lichtreaktion als Energiediagramm: die y-Achse zeigt den Energiegehalt der Elektronen; Photosystem II (P680) links unten, Elektronentransportkette in der Mitte, Photosystem I (P700) in der Mitte, NADPH-Entstehung rechts oben; die Elektronenbahn ergibt ein Z-förmiges Muster
Abb. 3 – Z-Schema der Lichtreaktion. Die y-Achse repräsentiert den Energiegehalt der Elektronen. Von links (P680, niedriges Energieniveau nach Fotolyse) bis rechts (NADPH, hohes Energieniveau) ergibt sich der namensgebende Z-förmige Verlauf.
Absorption von Lichtenergie am Chlorophyll-Paar a II (P680) → Anregung → 2 Elektronen werden abgespalten und auf den danebenliegenden Elektronenakzeptor übertragen (Reduktion des Akzeptors).
Redoxsystem – Elektronenweitergabe entlang der Elektronentransportkette: P680 → Elektronenakzeptor → weitere Proteine → Chlorophyll a I (P700). Dieser Elektronentransport pumpt H+-Ionen und erzeugt so den Protonengradienten für die ATP-Synthase.
Weitere Lichtanregung von P7002 Elektronen abgespalten → Elektronenakzeptor → NADP+-Reduktase → Übertragung auf NADP+ (wird reduziert zu NADPH + H+).
Problem: Woher kommen die Elektronen für P680?

Fotolyse: Ein mangan-haltiges Enzym entzieht Wassermolekülen ihre Elektronen und liefert sie an P680. Als Nebenprodukt entsteht der Sauerstoff, den wir atmen:

2 H2O → O2 + 4 H+ + 4 e

Bei der nichtzyklischen Lichtreaktion fließen so permanent Elektronen von Wassermolekülen zum NADPH + H+.

b) ATP-Gewinnung durch Protonengradienten

Parallel zur Elektronenweitergabe werden H+-Ionen in den Thylakoidinnenraum gepumpt. Das entstehende Konzentrationsgefälle treibt die ATP-Synthase (Chemiosmose) an.

Modellzeichnung der Thylakoidmembran im Chloroplasten: Photosystem II (links) nimmt Licht auf und spaltet Wasser; die Elektronentransportkette (Plastochinon, Cytochrom-b6f-Komplex, Plastocyanin) pumpt H+-Ionen in den Thylakoidinnenraum; der entstehende Protonengradient treibt die ATP-Synthase (rechts) an; Photosystem I reduziert NADP+ zu NADPH
Abb. 4 – Modell der lichtabhängigen Reaktion in der Thylakoidmembran. Der Elektronentransport von PS II zu PS I baut einen H+-Gradienten auf, der die ATP-Synthase antreibt (Chemiosmose). Am Ende entsteht NADPH als Reduktionsmittel für den Calvin-Zyklus.

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